19.1.18

WILHELM KLEMM: SEHNSUCHT




WILHELM KLEMM


SEHNSUCHT

O Herr, vereinfache meine Worte.
Laß Kürze mein Geheimnis sein.
Gib mir die weise Verlangsamung.
Wieviel kann beschlossen sein in drei Silben!

Schenk mir die glühenden Siegel,
Die Knoten die Fernstes verknüpfen,
Gib den Kampfruf aus den heimlichen Schlachten der Seele,
Laß quellen den Schrei aus grünen Waideskehlen.

Feuersignale, über Abgründe geblinkt,
Botschaften, in fremde Herzen gehaucht.
Flaschenposten im Meere der Zeit,
Aufgefangen nach vielen Jahrhunderten.

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